99. Auktion

11.5.2019

Lot 294

Johann Hillenbrandt im Steinbach Moorenweis (nahe Augsburg), 72 mm, 223 g, circa 1760
Exklusive Doppelgehäuse-Spindeltaschenuhr für den alpenländischen Raum
Geh.: Außengehäuse mit Schildpatt belegt, aufgelegte Ziernageldekoration, Innengehäuse Silber. Ziffbl.: Email, bombiert, polychrom bemalt. Werk: Vollplatinenwerk, Kette/Schnecke, dreiarmige Messingunruh.
Eine solche, äußerst detailversessene Dekoration des Uhrwerkes, haben wir bei einer alpenländischen Uhr in dieser Qualität und aus dieser Epoche noch nie gesehen. Die Qualität der Gravuren, die Tiefe der Skelettierung sowie der Gesamteindruck erinnern sofort an die eindrucksvollen, in Augsburg gefertigten Arbeiten aus der Spätrenaissance. Der große, durchbrochen gearbeitete Unruhkloben stellt eine Szene dar, ein Hufschmied mit seinem Gehilfen beim Beschlagen des rechten hinteren Eisens, während der Besitzer danebensteht. Ungewöhnlich der Ort der Werkssignatur, die sich unter dem Unrukloben rund um die Unruh befindet. Am Werksrand zwischen den verzierten Werkspfeilern in Form gedrückter Kugeln findet sich ein durchbrochen gearbeitetes, poliertes stählernes, spiegelverkehrt zu lesendes Schriftband: "F REMHABSUN", wohl für F. Nusbahmer, dem vermutlichen Auftraggeber dieser Uhr. Die gesamte Ausführung des Werks zeugt von höchster Kunstfertigkeit.

Verkauft

schätzpreis
5.0007.000 €
Realisierter Preis
7.400 €