113. Auktion
8.11.2025
Lot 155
Moricand & Degrange
Prächtige, mit Türkisen und Amethysten besetzte Genfer Goldemail-Spindeltaschenuhr "à quatre couleurs"
Verkauft
Die Rückseite dieser prunkvollen Goldtaschenuhr ist satiniert, mit granuliertem Golddekor versehen und mit Türkisen besetzt. Im Zentrum erheben sich fünf plastisch gearbeitete Tulpen aus weißem Email mit dunklen Goldstielen und hellen Goldblättern, die von sechs geschliffenen Amethysten umrahmt und von zwei goldschuppigen Schlangen aus schwarz-weißem Champlevé-Email umschlängelt werden.
Die Lunette, der Pendant und der Bügel sind mit punzierten Blumenranken aus dreifarbigem Gold verziert. Das ziselierte Silberzifferblatt hat einen kleinen römischen Ziffernring mit guillochierten Zentrum, exzentrisch angeordnet, um dem Dekor mehr Raum zu geben. Das Signaturschild bei "12" wird von zwei Ranken aus punzierten und gravierten Rosen, Weinlaub und Trauben in Hochrelief und Dreifarbengold flankiert.
Provenienz: Sammlung Lukas Stolberg. Diese Uhr ist abgebildet und beschrieben in seinem Buch "Ich trage, wo ich gehe, stets eine Uhr bei mir. Die Taschenuhr im Wandel der Zeit", Klagenfurt 1980, S. 134.
Im Bestand des Metropolitan Museums of Art befindet sich eine weitere Goldemailtaschenuhr von Moricand & Degrange mit Champlevé Email. Weitere Taschenuhren befinden sich im Palazzo Falson Historic House Museum Collection in Malta und im Britischen Museum in London.
Die Schweizer Juweliere und Uhrenhändler Moricand & Degrange waren in Genf ansässig und tätig von etwa 1828 bis 1845.
Moïse-Etienne Moricand, genannt Stefano (1779-1854) war Inhaber der Firma Moricand & Degrange und bekannter Naturwissenschaftler. Er zog sehr jung nach Italien, um einen Uhrenhandel aufzubauen. Er besuchte vor allem die Regionen Toskana, Neapel und Venedig, wo er anfing, Pflanzen, Schmetterlinge, Muscheln und Mineralien zu sammeln und mit mehreren italienischen Wissenschaftlern in Kontakt zu treten. Als er 1814 nach Genf zurückkehrte, wurde er Mitglied der Société des Naturalistes und Geschäftspartner im Betrieb seines Vaters in der Rue des Corps-Saints. Er war Mitbegründer des Musée d'Histoire Naturelle de Genève, doch im täglichen Leben war er als Kaufmann im Unternehmen Moricand & Degrange tätig. Von der Geschäftspartner Degrange ist bisher nichts bekannt.
Sein Onkel Pierre François Moricand (1758-? ) zog 1797 nach Paris und arbeitete bis zu deren Konkurs in der "La manufacture d'horlogerie de Versailles" (1795-1801) (auch "La fabrique d'horlogerie genevoise de Versailles" genannt). Pierre François Moricand war mit der Schwester der berühmten Miniaturmalerin Jeanne-Marie Glaesner (1762-1823) verheiratet.
Quelle: watch-wiki